XXXVII (33)

Estate vero sui transitus finiente · et autumnali tempore instante · uenerabilis presbyter et monachus Hitto uiridis fęniculi germen circa tumulum eius fixit · Quod dispensante gratia diuina radicem figens terrę per totam hiemem floruit et ueluti in modum coronę se sibimet intexens · totum sepulchrum hoc sepsit ornamine · et adeo creuit in altum ut multi qui aduenerant mirarentur · dicentes se in hortis uernali tempore sub diuo eiusmodi herbam nunquam uidisse tam nobilibus foliiso infloruisse · De hoc etiam germine multis postea inp infirmitate laborantibus subuenitur · Sed et beatę rachildę iugiter egrotanti · exinde sorbiciuncula facta · ilico se medelam recepisse sensit in corpore · O flos uirgineus semper uiridis et pulcher quanta dignitateq splendebis coram domino in perennitate · qui tanto honore decoraris in mundi peregrinatione ·

Das Grab

Als der Sommer, in dem sie gestorben war, zu Ende ging und die Herbstzeit bevorstand, pflanzte der ehrwürdige Priester und Mönch Hitto einen Sproß grünenden Fenchels an ihr Grab. Dieser schlug durch göttliche Gnade in der Erde Wurzeln, blühte durch den ganzen Winter, verflocht sich wie zu einer Krone, umgab mit diesem seinem Schmuck das ganze Grab und wuchs so in die Höhe, daß viele Besucher bewundernd sagten, auch im Frühling hätten sie in den Gärten unter freiem Himmel niemals eine Pflanze dieser Art mit so ansehnlichen Blättern gedeihen sehen. Von diesem Sproß wurde später vielen geholfen, die an Krankheit litten, auch der seligen Rachild, die immer krank war, der daraus ein Trank gemacht wurde und die ihn auf der Stelle im Leibe als Heilmittel spürte. O jungfräuliche Blume, immergrün und schön, mit welch großer Würde wirst du vor dem Herrn in der Ewigkeit strahlen, die du mit so großer Zierde auf der Wanderschaft dieser Welt geschmückt wirst!

o
foliis corr. ex floribus
p
deest Boll.
q
ex dignitati corr.