Quidam iuuenis monachus in uenerandi patris nostria
Heilung eines Mönchs Ulrich
Ein junger Mönch namens Ulrich war in der Gemeinschaft unseres verehrungswürdigen Vaters Gallus in schulischer Ausbildung. Ihn befiel eine Krankheit, und er litt lange Zeit schwer, so daß nach langer Krankheit seine Knochen durch dünne Haut und Sehnen kaum zusammengehalten wurden, er in seinen letzten Zügen zu liegen schien und weder schlafen noch essen konnte. Als man überzeugt war, daß er dem Tode sehr nahe sei, fiel er, geführt und gestützt von seinen Mitschülern, vor dem Grab der seligen Martyrin nieder. Und nachdem er weinend in demütigem Gebet gefleht hatte, er möge durch ihre Verdienste ein Heilmittel erhalten, schlief er ein. Noch zur selben Stunde erwachte er wieder und bat, daß man ihm etwas zu essen gebe. Als dies der seligen Rachild gemeldet wurde, sandte sie ihm Brot und Fisch. Er nahm und aß es begierig und so durch den Schutz der seligen Martyrin gleichsam vom Abgrund des Todes zurückgerissen lief er mit eigenen Füßen zum Kloster zurück, er der nur mit fremder Hilfe geführt wankenden Schritts und mit aufgelösten Gliedern mit Mühe dorthin gekommen war, was nicht gering verwunderte.
- a
- S.ancti add. Boll.↩
- b
- supp̅mu̅ A S.↩
- c
- videretur A.↩
- d
- ex adminuculo corr.↩