Nec multum post ad monasterium sancti Georgii (Georii) cella in montibus
sita; Zelle bei St. Georgen
In St. Georgen oberhalb St. Gallen
Nicht lange danach nahm dieser Bischof seinen Weg zum Kloster des heiligen Gallus und schickte zu ihr, ob sie mit ihm zusammen reisen wolle. Sogleich war sie mit großer Freude erfüllt und eilte geschwind mit ihren genannten Dienerinnen zum Schiff. Und in glücklicher Fahrt gelangten sie an das ersehnte Ufer. Dann weilte sie, nachdem dort ein kleines Haus errichtet worden war, getreulich beinahe vier Jahre lang in einer Zelle neben der Kirche des heiligen Georg in den Bergen, wobei sie sich eine so große Enthaltsamkeit von Speise und Trank auferlegte, wie man das kaum dem Erzähler glauben würde. Beständig nämlich weilte sie Tag und Nacht in der Kirche, und verharrte unermüdlich dabei, durch Gebet und Wachen die göttliche Gnade anzuflehen, so daß sie jenes kleine Haus nur ganz selten, wenn es unbedingt notwendig war, betrat, sei es, daß sie etwas schlief, oder daß sie ihren kraftlosen Körper bisweilen nach drei Tagen wieder stärkte. Sie harrte die ganze Zeit in der Kirche aus und vollbrachte dies mit Hilfe Gottes. Mit diesen Übungen diente sie Gott, schwächte durch von Tag zu Tag vermehrtes Fasten ihren zarten Körper und lebte bei entkräfteten Gliedern im Geist allein.
- x
- diximus A.↩
- y
- parvaque A.↩
- z
- ut suppl. Boll.↩