XLII (37)

In pago frichgowe nuncupato quem araris fluuius uno latere preterfluit · et ex altera parte nobilissimus fluuiorum alamanniam o penetrans renus inundatp · fuit quędam mater familias laudabilem uitam seculariter ducens nomine blitdruda q beatę rachildę reclusę germana · Quę superueniente infirmitate tanta corpo137varis molestia detinebaturr · ut ablata facultate manducandi · bibendi · ambulandi · sedendi · quidue paululum in lectulo quiescendi extremum alitum uix trahere uideretur · Cunque diu tantis languoribus fatigata tabesceret · tandem superna miserante clementia quę in se sperantes salubriter castigat ut saluet · paululum resumpto ęgri pectoris spiramine · uoce qua poterat beatę uirginis implorans auxilium · Beatissima ait uirgo et martyr christi dignissima wiborada · succurre mihi miseręs ualde laboranti · cf. II Tim 1,12Scio enim et credo quia dei gratia concedente potes tuis precibus pugnantem in me morbum aliquandiu releuare · quo membra paululum diu fatigata quiescant · Hęc fessa orando flebilitert ut postea retulit neque dormiens neque penitus uigilans · uidit sibi assistere sanctam uirginem et in manu tenere cf. Ex 25,5iacinctinę pellis particulam similitudinem habentis uaginę qua enses obduci solent · Quam etiam super eam iaciensu inquit · Optasti a me ut aliquantulum dormias · quiesce et dormi cum benedictione domini · Ilico somni suauitate salubriter obtenta · dormiuit illam noctem et magnam partem sequentis diei · Deinde euigilans et circa manentes ob custodiam sui uocans · date inquit mihi ad manducandum quantotius ut corpus morbo et fame penev consumptum paulisper recreem quia nihil mali patior · Dei enim gratia et meritisw dominę meę wiboradę liberata sum ab hac infirmitate · Quę post paululum corporis uiribus pleniter resumptis · ad monasterium sancti Galli properat · moxque uisitato sanctę uirginis tumulox ob receptam sanitatem laudesy et gratias deo omnipotenti meritisque illius oblata benedictione deuota persoluit ·

Erscheinung vor der Schwester Rachilds

Im Frickgau, an dessen einer Seite die Aare vorbeifließt und dessen anderen Teil der edelste aller Flüsse, der Rhein, Alemannien durchströmend benetzt, führte Blitdrud als Mutter und Hausfrau ein lobenswertes Leben im Laienstand, eine Schwester der seligen Rekluse Rachild. Diese geriet durch Krankheit in so große Beschwerden, daß sie die Fähigkeit zu essen, zu trinken, zu gehen, zu sitzen oder sich ein wenig auf dem Bett auszuruhen, verlor und in ihren letzten Zügen zu liegen schien. Als sie lange Zeit, durch so große Entkräftung hart mitgenommen, dahinsiechte, da erbarmte sich ihrer endlich die göttliche Milde, die die auf sie Hoffenden zu ihrem Heil züchtigt, um sie zu retten. Sie schöpfte etwas Atem mit ihrer kranken Brust und flehte, so sehr sie konnte, die selige Jungfrau um Hilfe an. «Seligste Jungfrau Wiborada und würdigste Martyrin Christi», sprach sie, «steh mir Armen, die ich sehr leide, bei. Denn ich weiß und glaube, daß du in der Gnade Gottes mit deinen Bitten die Krankheit, die gegen mich kämpft, eine Zeitlang lindern kannst, damit die lange geplagten Glieder ein wenig ausruhen können.» Als sie vor flehentlichen Bitten müde war, wie sie später berichtete, und weder schlief noch völlig wach war, sah sie, daß ihr die heilige Jungfrau zur Seite stand und in ihrer Hand das Stückchen einer hyazinthenen Haut hielt, das Ähnlichkeit mit einer Scheide hatte, mit der man Schwerter zu umhüllen pflegt. Indem sie diese über sie warf, sagte sie: «Du hast von mir gewünscht, daß du ein wenig schläfst. Ruhe dich aus und schlafe mit dem Segen des Herrn.» Sofort fiel sie in die Süße eines heilsamen Schlafes und schlief jene Nacht und einen großen Teil des folgenden Tages. Alsdann erwachte sie und rief die, die dageblieben waren, um bei ihr zu wachen, mit den Worten: «Gebt mir rasch zu essen, damit ich meinen durch Krankheit und Hunger beinahe aufgezehrten Körper wieder etwas belebe, da ich an keinem Übel mehr leide. Denn durch die Gnade Gottes und durch die Verdienste meiner Herrin Wiborada bin ich von dieser Krankheit befreit.» Als sie die Leibeskräfte nach kurzer Zeit wieder völlig zurückgewonnen hatte, eilte sie zum Kloster des heiligen Gallus, besuchte sogleich das Grab der heiligen Jungfrau und erwies für die wiedererlangte Gesundheit demütig Lob und Dank dem allmächtigen Gott und ihren Verdiensten und brachte andächtig eine Segensgabe dar.

o
alemanniam
p
inundans W.
q
hiltruda A W Boll.
r
melestia detinebantur W!
s
misero W.
t
-li- supr. lin.
u
iacens A.
v
deest A W Boll.
w
deest Boll.
x
tumulum A.
y
laudat Boll.