Post obitum Magni ecclesia (basilica); St. Mangen
Heilung von Hittos Nachfolger Eggibert am Agnestag
Nach dem Tode Hittos kam ein der Welt entsagender Priester namens Eggibert zum Kloster und wurde dort vom Abt freundlich aufgenommen. Da er im Kloster ein löbliches Leben führte und allen seine Lebensweise gefiel, wurde er zum Nachfolger des Herrn Hitto gemacht und erhielt vom Abt die Kirche des heiligen Magnus zur Leitung. Es ereignete sich aber, daß er nach wenigen Jahren in Krankheit fiel und von so großen Augenschmerzen gequält wurde, daß er weder Ruhe haben, noch wegen seines verdunkelten Augenlichts selbständig irgendwohin gehen konnte. Als er eine Zeit lang an dieser Krankheit gelitten und vergeblich Arznei angewandt hatte, betrat er am Fest der heiligen Martyrin Agnes im Glauben gestärkt die Zelle, in der die Gebeine der seligen Jungfrau und Martyrin Wiborada bestattet ruhten, warf sich dort vor dem Grab nieder und betete lange Zeit flehentlich. Endlich schloß er weinend seinen Bitten fromme Gelübde an und sagte: «Meine heiligste Herrin, ich glaube, daß du bei der Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes für meine Krankheit ein Heilmittel erflehen kannst. Du sollst auch wissen, daß ich, wenn du dich würdigst, mir in meinen Leiden durch deine Verdienste zu helfen, jede Woche samstags, solange ich lebe und körperliche Kraft besitze, an dem Altar, der bei deinem Grab steht, die Messe vom heiligen Kreuz immerdar feiern werde». Als er am Ende dieser Gelübde und Gebete ein wenig eingeschlafen war und in derselben Stunde wieder erwachte, war aller Schmerz und die Blindheit verflogen, und er fühlte, daß sich eine so große Klarheit des Augenlichtes einstellte, daß er bekannte, er habe im jugendlichen Alter nicht klarer sehen können. Und da ihm danach alle Tage seines Lebens die Gesundheit und Helligkeit seiner Augen blieb, säumte er nicht, dem Spender alles Guten und der wohlwollenden Spenderin das, was er versprochen hatte, ergeben und getreu zu erfüllen.
- z
- armatus A W Boll.↩
- a
- deest↩
- b
- adimplere A.↩