XLIII (38)

Post obitum Hittonis presbyter quidam Eggibertus nomine seculo renuncians ad 137vbmonasterium uenit · ibique ab abbate benigne susceptus est · Hic in monasterio probabilem ducens uitam · cum omnibus conuersatio eius placuisset successor domni hittonis effectus · ab abbate sancti magni ęcclesiam suscepit regendam · Contigit autem post paucos annos infirmitate superueniente tantis illum doloribus oculorum cruciari · ut nec requiem habere · nec per se quoquam incedere obtenebrato uisu potuisset · Cunque in hac infirmitate aliquandiu laborasset et adhibita medicina nihil profecisset · adueniente festiuitate sanctę Agnetis martyris fide roboratusz cellam qua beatę uirginis et martyris wiboradę membra tumulata quiescunt ingreditur · ibique ante sepulchrum prostratus diu supplicem fudit orationem · Tandem uoce flebili precibus pia uota coniungens · domina mea ait sanctissima · credo quia apud omnipotentis dei misericordiam meę infirmitati potes implorare remedium · Scias etiam quia sia in his laboribus tuis meritis mihi succurrere dignaris · quod omni ebdomada dum uiuo · et uires corporis habeo ad altarium tuo sepulcro appositum missam de sancta cruce feria sexta celebrare non desinam · His uotis et orationibus finitis cum paululum obdormisset moxque eadem hora euigilasset · fugato omni dolore et cecitate tantam claritatem oculorum sibi sentiebat adesse · ut se in iuuenili ętate clarius uidere non posse fateretur · sicque post omnibus diebus uitę suę sana et clara oculorum acie perdurans · largitori omnium bonorum et beniuolę largitrici quod promiserat deuote et fideliter implereb non cessat ·

Heilung von Hittos Nachfolger Eggibert am Agnestag

Nach dem Tode Hittos kam ein der Welt entsagender Priester namens Eggibert zum Kloster und wurde dort vom Abt freundlich aufgenommen. Da er im Kloster ein löbliches Leben führte und allen seine Lebensweise gefiel, wurde er zum Nachfolger des Herrn Hitto gemacht und erhielt vom Abt die Kirche des heiligen Magnus zur Leitung. Es ereignete sich aber, daß er nach wenigen Jahren in Krankheit fiel und von so großen Augenschmerzen gequält wurde, daß er weder Ruhe haben, noch wegen seines verdunkelten Augenlichts selbständig irgendwohin gehen konnte. Als er eine Zeit lang an dieser Krankheit gelitten und vergeblich Arznei angewandt hatte, betrat er am Fest der heiligen Martyrin Agnes im Glauben gestärkt die Zelle, in der die Gebeine der seligen Jungfrau und Martyrin Wiborada bestattet ruhten, warf sich dort vor dem Grab nieder und betete lange Zeit flehentlich. Endlich schloß er weinend seinen Bitten fromme Gelübde an und sagte: «Meine heiligste Herrin, ich glaube, daß du bei der Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes für meine Krankheit ein Heilmittel erflehen kannst. Du sollst auch wissen, daß ich, wenn du dich würdigst, mir in meinen Leiden durch deine Verdienste zu helfen, jede Woche samstags, solange ich lebe und körperliche Kraft besitze, an dem Altar, der bei deinem Grab steht, die Messe vom heiligen Kreuz immerdar feiern werde». Als er am Ende dieser Gelübde und Gebete ein wenig eingeschlafen war und in derselben Stunde wieder erwachte, war aller Schmerz und die Blindheit verflogen, und er fühlte, daß sich eine so große Klarheit des Augenlichtes einstellte, daß er bekannte, er habe im jugendlichen Alter nicht klarer sehen können. Und da ihm danach alle Tage seines Lebens die Gesundheit und Helligkeit seiner Augen blieb, säumte er nicht, dem Spender alles Guten und der wohlwollenden Spenderin das, was er versprochen hatte, ergeben und getreu zu erfüllen.

z
armatus A W Boll.
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deest
b
adimplere A.