Sed ut ad cepta regrediar · beata
Frömmigkeit und Fleiß
Aber kehren wir zum Thema zurück. Wie die selige Wiborada sich allem Unerlaubten entzog, so übte sie sich in allem Guten mit klugem Eifer. Als ob sie selbst aus dem Mund des Herrn vernommen hätte ʻSuchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeitʼ, und als ob sie gelesen hätte, wie geschrieben steht ʻNichts soll dem Gottesdienst vorgezogen werdenʼ, ging sie tapfer täglich und oft barfuß zur Kirche, die vom Vaterhaus eine bergige und schwierige Meile Wegs und mehr entfernt war, so daß sie auch ihre Eltern, die, wie wir sagten, Liebhaber der heiligen Religion, aber dennoch nach Art der Kinder dieser Welt mit ihrer Arbeit beschäftigt waren, mehrfach wegen ihrer Vernachlässigung der göttlichen Dinge ermahnte, obwohl sie noch ein Kind war, und durch ihren glühenden Eifer dazu brachte, häufiger zur Kirche zu gehen. ʻSie aß ihr Brot nicht müßigʼ, sondern war so fleißig und beständig an den Werken ihrer Hände, als ob sie schon die Autorität der Schriften erfahren hätte und die Drohung so fürchtete, wie sie die Verheißung liebte: die Drohung ʻwer nicht arbeitet, soll auch nicht essenʼ und die Verheißung: ʻdie Mühen deiner Hände sollst du essen, selig bist du und wohl soll dir seinʼ. Häufigen Umgang nicht nur mit Fremden, sondern auch mit Bekannten, Verwandten, Hausgenossen, auch Brüdern und Schwestern floh sie, so weit es anging. Allein wollte sie verweilen, allein arbeiten, die Abgeschiedenheit immer lieben, um desto leichter überflüssige Reden zu vermeiden und freier den hellen Geist in heilige Betrachtungen zu versenken.
- v
- percipit A; percepit W.↩
- w
- quo W.↩
- x
- deest↩
- y
- mundialiorum S.↩
- z
- ac si iam scripturarum auctoritate conuenta] si iam ex suam corr. S; ut summa scripturarum auctoritate conuenta A; ac suam summa scripturarum auctoritate conuenta W; acsi summa Scripturarum conventa Boll.↩
- a
- suam add.↩
- b
- non A W Boll.(Vetus latina teste )↩
- c
- qui A W.↩
- d
- externorum Boll.↩
- e
- deest A W Boll.↩