Post hęc autem cum regrederentur ad patriam · ut uirtus Virg., Georg. III 84stare loco nescit · sed semper ad meliora
proficere gestit · uirgo dei cf. Ps 83,6Syon
Eintritt des Bruders in St. Gallen
Als sie aber danach in die Heimat zurückkehrten, legte die Jungfrau Gottes, so ʻwie die Tugend kein Halten kenntʼ, sondern immer nach Höherem strebt, ʻin ihrem Herzen Stufen der Leiterʼ, auf der die Heiligen gehen ʻvon Kraft zu Kraftʼ, bis sie ʻden Gott der Götter in Sion schauenʼ. Als sie danach trachtete, ihre Seele, die durch die Mühsal der praktischen Übung schon geläutert war, in den Glanz einer beschauenden Freude hinüberzuführen, sprach sie ihren Bruder, dem sie bis dahin mit fleißiger Dienstbarkeit gedient hatte, in Sorge um sein Heil klug und freundlich an und überredete ihn, den gefahrvollen Schiffbruch dieser schwankenden Welt zu vermeiden und sich in die Ruhe des mönchischen Lebens zu begeben, wo er sich den göttlichen Werken freier und sicherer widmen könne. Auch sich selbst, sagte sie, wolle sie bald eine härtere Lebensführung auferlegen, wie und wo Gott ihr das ermögliche. Unschwer erlangte sie, was sie in aufrichtiger Frömmigkeit vorschlug. Die fromme Einfalt des Bruders folgt dem heilsamen Rat der Schwester, und ohne Aufschub nahm er seine Zuflucht zum Kloster des heiligen Gallus, des Bekenners Christi, und neigte unter das Regeljoch des Gesetzes den Nacken seines Leibes und seines Herzens. Wie rein und bescheiden, geduldig und heilig er gelebt hat, daran erinnern sich viele von uns, die jetzt noch leben.
- u
- transferre moliretur] transferrit A Boll.; transferre W.↩
- v
- virtute A W Boll.!↩
- w
- fluctuantis seculi A W Boll.↩
- x
- supposita A W.↩